Die Geschichte dreier Frauen…

Sommerhaus zum Glück – Anne Sanders (Verlag blanvalet)

Elodie ist von Deutschland nach Cornwall gezogen, wo sie ein kleines B&B gekauft hat, ohne das Haus jemals zuvor gesehen zu haben. Entsprechend gross ist ihr Entsetzen, als sie feststellen muss, dass dieses Haeuschen mehr als nur ein bisschen renoviert werden muss. Schnell findet sie aber in dem kleinen Doerfchen Kontakt zu anderen Menschen. Besonders Helen und Brandy spielen in Elodies Leben in Zukunft eine grosse Rolle.

Dieser Roman ist aus den Perspektiven von Elodie und Helen geschrieben. Elodie erzaehlt ueber ihr Haeuschen, die Fortschritte und ueber Tom, den sie in dem kleinen Dorf kennengelernt hat, und der ebenfalls Deutscher ist.

Helen erzaehlt ueber ihr kleines Cafe, das sie gemeinsam mit ihrem Mann Liam fuehrt, und sie berichtet ueber die pubertierenden Zwillinge Kayden und Kayla.

Beide berichten aber auch von gemeinsamen Aktivitaeten und ihrer gemeinsamen Freundin Brandy, einer etwas schrulligen, aber sehr liebenswerten aelteren Dame.

Wir begleiten die drei Frauen im Laufe des Romans ueber etliche Monate hinweg. Elodies ersten Eindruck des B&B erleben wir genauso, wie die Renovierungen, die Rueckschlaege und auch ihre Gefuehle darf der Leser hautnah miterleben.

Auch bei Helen laeuft nicht alles glatt. Die Zwillinge sind typisch pubertierende Jugendliche und auch die Ehe mit Liam ist nicht immer einfach. Auch hier duerfen wir die Hoehen und Tiefen miterleben und mitfuehlen.

Dieser Roman ist ein eher ruhiger Roman, in dem es keine wahnsinnig spektakulaeren Hoehepunkte gibt (Hoehepunkte ja – aber nicht wahnsinnig spektakulaer). Doch genau das macht dieses Buch aus. Man taucht ein in dieses kleine Fischerdoerfchen in Suedengland, darf ganz normale Leben miterleben, mit allen Hoehen und Tiefen. Der Schreibstil ist sehr angenehm und verleitet dazu, das Buch nicht mehr aus der Hand legen zu wollen.

Ich habe mich fuer ein paar Stunden sehr gut abgeholt gefuehlt. Ich konnte abtauchen ins B&B, habe das Fruehstueck im Cafe genossen, das Feierabendbier im Pub und auch den Kaffee im Pop-up-Store, der noch eine ganz besondere Geschichte in dieser Geschichte hat.

Ich danke dem Verlag blanvalet, dass ich dieses eBook als Rezensionsexemplar zur Verfuegung gestellt bekommen habe. Meine Meinung zu diesem Buch wurde dadurch jedoch nicht beeinflusst.

Gern gebe ich dem Buch wohlverdiente 5 Sterne.

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Bienes vierter Fall

Tote Bosse singen nicht – Vera Nentwich

Biene Hagen gibt nicht auf. Nach wie vor ist sie die selbsterklaerte Detektivin in Grefrath, dem kleinen Oertchen am Niederrhein. Auch Jago, ihr Kompagnon, ist natuerlich wieder am Start, wenn es den neuesten Kriminalfall aufzudecken gibt.

Endlich hat Biene es geschafft. Sie darf am Unternehmerfruehstueck ihres Heimatortes teilnehmen. Dort lernt sie Herrn Lehmann kennen, der Andeutungen zum vielleicht nichtnatuerlichen Tod ihrer Eltern macht. Natuerlich ist Biene neugierig, und verabredet sich mit ihm. Doch als sie zum verabredeten Termin beim ihm auftaucht, findet sie ihn tot vor. Ein vermeintlicher Selbstmord erschuettert die kleine Gemeinde. Jetzt ist Biene natuerlich voll in ihrem Element und beginnt eigenmaechtig mit den Ermittlungen.

Dieses Buch zu lesen ist wie nach Hause zu kommen. Selbst wer das Oertchen Grefrath nicht real kennt, duerfte sich mittlerweile hier heimisch fuehlen. Denn wie auch in den Vorgaengerbaenden beschreibt Vera Nentwich den Ort sehr genau. Und wer sich dort auskennt, weiss sogar sehr genau, an welcher Stelle Biene sich gerade befindet. Wer sich nicht auskennt wird aber durch googeln genauso viel Ortskenntnis erlangen. Denn alle Orte sind real und findbar.

Wie auch in den Vorgaengerbaenden schafft Vera Nentwich es, den Leser von Anfang bis zum Ende in den Bann des Buches zu ziehen. Biene ist wieder herrlich untalentiert und tolpatschig – aber genau das macht ihr Talent bei den Ermittlungen aus. Natuerlich duerfen auch Oma und Jochen wieder nicht fehlen, ohne die beiden waere der Roman einfach nicht vollstaendig. Ich jedenfalls habe mich von der ersten bis zur letzten Seite herrlich amuesiert. Eigentlich lese ich keine Krimis, aber die Krimis ueber Biene Hagen „fuehlen sich nicht an“ wie Krimis. Natuerlich gibt es Tote (dieses mal sogar einige), natuerlich fliesst Blut, natuerlich ist es spannend – aber immer auch locker und entspannt. Wer einen blutruenstigen Thriller erwartet, liegt hier sicherlich falsch. Wer aber einen Roman mit einem grossartigen Spannungsbogen, einer witzigen Handlung und herrlich erfrischenden Protagonisten sucht, dem sei dieses Buch ans Herz gelegt.

Dieser Roman ist der vierte Teil einer Serie, aber unabhaengig von den anderen Buechern zu lesen. Fuer vollstaendigen Lesegenuss empfehle ich aber vorab die Lektuere der anderen drei Baende, da doch viele handelnde Personen dort schon vorgestellt werden und die ein oder andere Vorgeschichte auch in diesem vierten Band wieder angerissen wird.

Alles in allem bedanke ich mich fuer einen grossartigen Roman und vergebe herzlich gern 5 Sterne!

Bosse

Geheimnisvolle Liebesgeschichte

Der letzte Liebesbrief – Jacqueline Vellguth

Nell ist eine junge Frau, die durch eine haessliche Gesichtsnarbe entstellt wird. Lange glaubte sie, ihre Mutter habe erst sie geschnitten und dann sich selber umgebracht. Doch eine geheimnisvolle Suche, gemeinsam mit dem Fotografen Sam, nach verschiedenen Briefen scheint die Geschichte umzuschreiben.

Nell ist eine recht sympathische junge Frau, die jedoch von Selbstzweifel und zum Teil sogar Selbsthass gequaelt wird. Aufgrund ihrer negativen Erfahrungen mag sie niemandem mehr vertrauen. Doch durch einen Zufall laeuft sie dem Fotografen Sam ueber den Weg. Auch ihm gegenueber ist sie zunaechst sehr misstrauisch, glaubt sie doch, ihre Narbe wuerde alle Menschen daran hindern, sie zu moegen. Doch Sam zeigt ihr deutlich, dass die Narbe ihn gar nicht interessiert, sondern dass er Nell als Mensch schaetzt.

Manchmal haette ich Nell gern schuetteln moegen. Zu sehr versinkt sie manchmal in Selbstmitleid. Andererseits faehrt sie in manchen Situationen sehr schnell die Krallen aus. Doch insgesamt ist sie eine sympathische Protagonistin, die ihren Weg geht und trotz mancher Zweifel doch wieder weitermacht. Auch Sam ist sehr sympathisch. Seine Empathie, unterstuetzt durch seine Familie, macht ihn zu einem sehr netten Menschen.

Die Suche nach den verschiedenen Briefen erscheint mir manchmal etwas weit hergeholt. Die Verstecke, die all die Jahre ihre Geheimnisse bewahrt haben, empfinde ich zum Teil als sehr unwahrscheinlich. Doch schliesslich handelt es sich hier um einen fiktiven Roman – wieso also sollte man nicht mal auch Unwahrscheinliches zulassen.

Insgesamt hat mir das Buch Spass gemacht und mir ein paar spannende Lesestunden beschert, zumal der Verlauf der Geschichte nicht vorhersehbar ist. Aufgrund der wenigen Kritikpunkte und vielen positiven Aspekten gebe ich dem Buch gern vier Sterne.

Liebesbrief-BS

 

Nett zu lesen

Bauherr sucht Frau – Julia Bähr (blanvalet)

Carla ist Single, lebt in einer WG mit ihrer Freundin Mia und liebt ihren Job in einer Kulturstiftung. Waehrend ihre Freundinnen ein recht ausgefuelltes Liebesleben haben, liegt das bei Carla schon laenger brach. Und zu allem Unglueck ist auch noch das Forsthaus, ein denkmalgeschuetztes Haus an dem ihr Herz haengt, vererbt worden. Der Erbe hat Plaene mit dem Haus, die Carla nicht gefallen. Dafuer gefaellt ihr der Erbe.

Julia Baehr hat einen nett zu lesenden Roman geschrieben, der prima ist, um ein paar vergnuegliche Lesestunden zu erleben. Nicht nur die Protagonisten, auch die Nebenfiguren sind witzig und charaktervoll. Besonders gut gefallen hat mir hier Chefin Brunhilde.

Leider hat das Buch aber an einigen Stellen auch Schwaechen. Ein Handlungsstrang weniger und dafuer mehr Konzentration auf die anderen Handlungsstraenge haette meines Erachtens nach dem Buch gut getan.

Trotzdem handelt es sich insgesamt um ein gut zu lesendes Buch. Die Liebesgeschichte um Carla und Lorenz macht Spass, manchmal wuerde man gern die beiden nehmen und durchschuetteln, so sehr stehen sie sich zum Teil im Weg. Die Hindernisse, die die Autorin den beiden in den Weg legt, sind mal anders als ueblich. Deshalb kann man sich  immer wieder mal ueber unerwartete Wendungen freuen.

Insgesamt gebe ich gern 3,5 Sterne fuer dieses Buch, das ich von blanvalet als Rezensionsexemplar zur Verfuegung gestellt bekommen habe. Meine Meinung wurde jedoch nicht dadurch beeinflusst.

bauherr

Eine Ranch, ein Cowboy und die grosse Liebe

The Hendersons – Scott – Martina Gercke

Page steht momentan nicht auf der Sonnenseite des Lebens. Ihr Freund betruegt sie und im Kindergarten, in dem sie arbeitet, sind Laeuse bei den Kindern aufgetreten. Also beschliessen sie und ihre Kollegin und beste Freundin Maggie, den Kindergarten fuer zwei Wochen zu schliessen und spontan Urlaub auf der Ranch der Hendersons in Montana zu machen. Womit Page jedoch nicht gerechnet hat: dass ihr der heisseste Cowboy der Region ueber den Weg laeuft.

Wieder mal hat Martina Gercke einen packenden Roman geschrieben, den man nicht mehr aus der Hand legen mag. Zum einen ueberzeugen wieder die Landschaftsbeschreibungen – man moechte sofort nach Montana reisen und genau so eine Ranch suchen, wie die Autorin sie beschrieben hat. Aber was noch viel wichtiger ist: die Geschichte rund um Page und Sott ist wieder wundervoll ausgearbeitet und macht Spass zu lesen. Page fuehlt sich sofort zu Scott hingezogen, versteht aber nicht, weshalb dieser immer wieder auf Distanz geht. Auch die anderen handelnden Personen sind interessant und machen Spass zu lesen. Vor allem Betty ist eine tolle Nebenfigur, die mir sofort ans Herz gewachsen ist. Was mir in diesem Buch besonders aufgefallen ist: die Tiere und ihre Beziehung zu Menschen spielen eine wichtige Rolle. Zum einen ist da Scotts Hund, der eigentlich keine anderen Menschen mag, sich zu Page aber sofort hingezogen fuehlt. Zum anderen spielen aber die Pferde eine grosse Rolle. Am liebsten wuerde ich sofort ein Pferd suchen und auch durch einen Fluss schwimmen.

Dieser Band ist der erste einer Reihe – er ist jedoch in sich abgeschlossen.

Mir hat es wieder riesigen Spass gemacht, dieses Buch zu lesen. Ich habe es in einem Rutsch durchgelesen und mochte es nicht aus der Hand legen, weil die Autorin es wieder geschafft hat und mich total in den Bann der Geschichte zu ziehen.

Aus diesem Grund gebe ich von Herzen gern 5 Sterne und freue mich jetzt schon auf den hoffentlich nicht so lang auf sich warten lassenden naechsten Teil.

Hier geht’s zum Buch…

Scott

Voellig anders als gewohnt

Der Sommer der Inselschwestern – Susan Mallery (Verlag Harper Collins)

Andi ist von ihrem Verlobten am Tag der Hochzeit sitzengelassen worden. Deshalb hat sie beschlossen, ein voellig neues Leben zu beginnen. Sie kauft ein sanierungsbeduerftiges Haus in einer kleinen Strasse mit nur zwei weiteren Haeusern. Auf der einen Seite wohnt Boston, die ihren Sohn mit einem halben Jahr verloren hat, gemeinsam mit Ehemann Zecke. Auf der anderen Seite wohnt die Perfektionistin Deanna mit ihren fuenf Maedchen und Ehemann Colin. Schnell freunden sich die drei Frauen an, obwohl sie zunaechst misstrauisch den anderen gegenueber sind. Doch ihre Probleme schweissen sie zusammen und sie geben sich so gegenseitig Halt.

Dieser Roman ist voellig anders als alles, was ich bisher von Susan Mallery gelesen habe. Zwar fehlt ihm nicht die gewohnte Leichtigkeit, aber die Themen sind sehr viel tiefgaengiger, als man es normalerweise von der Autorin gewohnt ist. Sie greift Themen auf, die man nur selten in heiteren Romanen findet. Waschzwaenge, der Tod eines Kindes, tiefgehende Selbstzweifel – all das wird im vorliegenden Roman thematisiert. Doch Susan Mallery schafft es, all diese Themen sehr behutsam aufzugreifen, den Leser aber trotzdem in eine heitere Geschichte um drei Frauen und ihr durchaus amuesantes Leben zu entfuehren.

Dieser Roman erzaehlt von Liebe und Vertrauen, Festhalten und Loslassen und tiefgehender Freundschaft. Ich konnte ein paar Stunden in eine andere Welt tauchen und habe mit den sehr realistisch beschriebenen Protagonisten mitgelitten, mitgefiebert und mich mit gefreut. Wer also einen heiteren Roman sucht, der ein bisschen anders ist als viele andere, dem sei dieses Buch ans Herz gelegt.

Herzlichen Dank an netgalley und Harper Collins fuer das Rezensionsexemplar. Meine Meinung ist jedoch unbeeinflusst davon.

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Ein Teeladen und fuenf Freundinnen

Der kleine Teeladen zum Glück – Manuela Inusa (Verlag blanvalet)

Laurie hat einen kleinen Teeladen in der Valerie Lane, den sie liebevoll und mit grosser Begeisterung fuehrt. In dieser kleinen Strasse gibt es noch vier andere Laeden, mit den jeweiligen Besitzerinnen pflegt sie ein enges, freundschaftliches Verhaeltnis. Und dann gibt es da noch ihren Lieferanten, Barry, in den sie bereits seit einem halben Jahr verliebt ist. Allerdings ist sie zu schuechtern, ihn darauf anzusprechen, er selber macht aber auch keinerlei Andeutungen, ob er etwas fuer sie empfindet. Ausserdem taucht im Verlauf der Geschichte noch Peter auf, Lauries Exmann.

Als ich begonnen habe, das Buch zu lesen, hab ich erstmal gedacht „das kenne ich doch“. Es gibt eine Reihe, die sehr aehnlich dieser hier ist, aber zum Glueck ist der Verlauf der Buecher dann doch ganz anders.

Die Autorin beschreibt das Leben und die Gefuehle von Laurie sehr mitreissend und einfuehlsam. Wir duerfen miterleben, wie sie Barry immer wieder anschmachtet, wie sie sich mit ihren Freundinnen trifft und wie die fuenf sich gegenseitig bei Problemen helfen. Manchmal erscheint mir Laurie etwas zu naiv und kindlich (ja, sogar kindisch manchmal). Ab und an haette ich sie gern mal durchgeschuettelt und gefragt, ob sie nicht mal hier Hirn einschalten koennte. An anderen Stellen haben mir ihre Handlungen wunderbar gefallen und ich war geruehrt ueber die Gedankengaenge.

Insgesamt laesst sich dieser Roman recht fluessig lesen. Das Ende war mir leider etwas zu abrupt, hier hatte ich mir mehr versprochen. Schoen finde ich die beigefuegten Rezepte aus dem Buch. So kann man nicht nur verschiedene Tees zusammenmischen, nein auch ein Pralinenrezept ist beigefuegt und macht schon Lust auf den Chocolaterie-Band. Das Buch ist zwar der erste Teil einer Reihe, aber in sich abgeschlossen. Gern gebe ich fuer dieses Buch vier Sterne, den einen Stern ziehe ich aufgrund des abrupten Endes und der fuer mich ein oder anderen kleinen Schwaeche ab. Trotzdem empfehle ich diesen Roman jedem, der ein paar Stunden in eine kleine, fast heile, romantische Welt eintauchen moechte.

Herzlichen Dank an den Verlag blanvalet, der mir dieses Ebook als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat. Meine Meinung zum Buch ist davon jedoch unbeeinflusst.

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